Subsidiaritätsprüfung auf Sozialdiensten bei Klientinnen und Klienten mit gesundheitlichen Beschwerden

Beschreibung und Konzeption

Das Subsidiaritätsprinzip besagt, dass Sozialhilfe nur dann geleistet wird, wenn eine bedürftige Person sich nicht selber helfen kann oder Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig erhältlich ist. Sozialhilfe ist somit subsidiär gegenüber der Selbsthilfe (Einkommen, Vermögen), gegenüber freiwilligen Leistungen und Leistungsverpflichtungen Dritter. Sozialhilfe wird ausgerichtet, wenn die Selbsthilfe oder die Dritthilfe nicht rechtzeitig, nicht ausreichend oder gar nicht vorhanden ist.
Die Subsidiaritätsprüfung in Sozialdiensten ist insbesondere bei Klientinnen und Klienten mit gesundheitsbedingten Leistungseinschränkungen anspruchsvoll und erfordert Fachwissen und institutionalisierte Instrumente zur Abklärung der individuellen Anspruchsberechtigung. Damit muss weitgehend verhindert werden können, dass aufgrund unsorgfältiger Prüfung der Subsidiarität öffentliche Gelder falsch verwendet werden und materielle Schäden entstehen, welche darüber hinaus auch Reputationsschäden für Sozialdienste nach sich ziehen können.

Ziele (zu erwerbende Kompetenzen)

  • Sie sind in der Lage, Klientinnen und Klienten mit gesundheitsbedingten Leistungseinschränkungen besser zu erkennen.
  • Sie erhalten mehr Sicherheit, durch eine systematische Subsidiaritätsprüfung im Kontext von Sozial- und Privatversicherungen, Haftpflicht- und Opferhilferecht richtige Massnahmen einzuleiten.
  • Sie erkennen, wo Sozialdienste bei der Bearbeitung von Anspruchsberechtigungen an ihre Grenzen stossen und wann Spezialistinnen oder Spezialisten beigezogen werden müssen.

Inhalte

Sie erwerben fundierte Grundkenntnisse, wie sozialversicherungsrechtliche, privatversicherungsrechtliche, haftpflicht- und opferhilferechtliche Ansprüche erkannt und geltend gemacht werden können.

1. Tag: Vermittlung der Theorie. Einführung mit Fallillustration, Vermittlung von Übersichtswissen aus dem Sozialversicherungsrecht, Haftpflichtrecht, Privatversicherungsrecht, Opferhilferecht, zu anspruchsrelevanten Fristen im Strafrecht und Hinweisen zur Vernetzung mit weiteren Fachstellen.
2. Tag: Praxistag mit Fallbearbeitung durch begleitete Intervision in Kleingruppen. Vernetzung mit Institutionen der Opferhilfe.

Zielpublikum

Fach- und Führungskräfte von polyvalenten Sozialdiensten und weiteren Beratungsstellen in den Handlungsfeldern der sozialen Sicherheit.

Titel und Abschluss

Kursbestätigung

Dozierende

Markus Bieri, dipl. Sozialarbeiter, Lehrbeauftragter BFH, Leiter Sozialdienst Frutigen
Eric Blindenbacher, Fürsprecher, Fachanwalt SAV Haftpflicht und Versicherungsrecht

Leitung

Pascal Coullery, Dr..iur., Studienleiter
Departement Soziale Arbeit
pascal.coullerynoSpam@bfh.ch
Telefon +41 31 848 36 99

Organisation

Barbara Leuenberger, barbara.leuenbergernoSpam@bfh.ch, Telefon +41 31 848 36 58

Kosten

CHF 690.-

Durchführung/Kursdaten

23. Oktober und 13. November 2019, 8.45-16.45 Uhr

Ort der Veranstaltung

Berner Fachhochschule BFH, Schwarztorstrasse 48, 3007 Bern
Lageplan

Anmeldung

Anmeldeformular

Anmeldeschluss

1. 9. 2019

Code

K-SOZ-40