Fachkurs Systemisches Gesundheitscoaching

Beschreibung und Konzeption

Am Thema Gesundheit kommt keiner vorbei, es betrifft jeden von uns.
Gesundheits-Coaching fokussiert in der Dichotomie von «Krankheit und Gesundheit» auf Gesundheitserhaltung, auf berufliche und private Gesundheitsorientierung. Es umfasst «klassische» Felder wie Ernährung, Bewegung, Stress, aber auch Fragen von Sinnhaftigkeit, Spiritualität, Lebensbalance und persönlicher Lebensqualität. Ebenso werden persönliche, familiäre und gesellschaftliche Werte zu Krankheit und Gesundheit unmittelbar tangiert.
In einer systemischen Betrachtungsweise von Gesundheits-Coaching werden systemisches Denken und Handeln (z.B. die systemtheoretischen Konzepte) auf diesen Gegenstandbereich angewendet. Dazu gehört eine Coaching-Haltung, die durch systemische Schlagworte wie Konstruktivismus, Selbstorganisation, Allparteilichkeit, Neutralität, Ressourcenorientierung sowie den narrativen Ansatz gekennzeichnet ist. Im Fokus der Betrachtung stehen daher nicht «Leitlinien- bzw. Hoheitswissen» zu einzelnen Gesundheitsdisziplinen oder «ziel- und normorientierte Trainings», sondern das Entwickeln individuell-persönlicher «Stepps» und Umsetzungsmöglichkeiten.
Insofern stehen auch keine Referate zu einzelnen Gesundheitsaspekten im Vordergrund dieses Fachkurses, sondern die Entwicklung von Zugangsmöglichkeiten zum individuellen Gesundheitsprofil in seinen Wechselwirkungen zu den jeweiligen Umgebungsbedingungen. Ebenso wird der systemische Fluss des Coaching-Prozesses in den Fokus genommen. Relevante Fragen im Systemischen Gesundheits-Coaching sind:

  • Was bringe ich als körperliche und seelische Voraussetzungen mit?
  • Welche Ressourcen machen mich stark?
  • Wie ist mein Gesundheitsweg und/oder Krankheitsweg?
  • Wie ist mein Weg zu (mehr) Wohlbefinden (trotz möglichen Einschränkungen) zu Lebensfreude und zu guten Balancen im Alltag?

Ziele (zu erwerbende Kompetenzen)

  • Sie erhalten eine systemische Perspektive auf das Spannungsfeld von Gesundheit und Krankheit.
  • Sie erfahren, wie unterschiedliche themenrelevante Konzepte und Zugänge (z. B. Resilienz, Salutogenese, Identität, Chronifizierung, Interdisziplinarität) in den systemischen Coaching-Prozess integriert werden können.
  • Sie reflektieren den eigenen Umgang mit Gesundheit und Krankheit.
  • Sie lernen systemische Interventionen zum Thema Gesundheit kennen und entwickeln Ideen für die Umsetzung im eigenen Praxisfeld.

Inhalte

    • Jeder ist Experte seiner persönlichen Lebensgestaltung – von daher: Selbstorganisation und «Prozess(bei)steuerung» in einem systemischen Gesundheits-Coaching
    • Was bedeutet eigentlich «gesund»? Unterschiedliche Modelle zu Krankheit und Gesundheit sowie eine systemische Perspektive zum Gegenstandsbereich
    • Wir alle im Gesundheitswahn: Gesundheit die neue Religion?
    • Gesundheitsorientierungen: Körperliches und seelisches Wohlbefinden, Lebensstile, Beziehungen, Haltungen und Werte, Liebe, Glück, Kreativität, Humor, Musse, Atmung, Achtsamkeit, Resilienz
    • Die Bedeutung der Klassiker: Ernährung, Schlaf, Bewegung, ohne darüber «alles wissen zu müssen»
    • Gesundheitsbezogene Lebensqualität
    • Lebensenergie und Lebensbalance (Work-Life-Balance)
    • Herausforderungen: Stress – Burnout – Krise - chronische Krankheit
    • Ressourcenperspektive (Stärken zu Stärken): Was tut mir eigentlich gut? Was brauche ich? Entwicklung eines persönlichen Gesundheitsprofils
    • Zukunft: Positives Altern
    • Interdisziplinarität
    • Gesundheits-Coaching von Systemen (z.B. Familien, Teams, Arbeitsgruppen, Institutionen)
    • Wohin und was tun mit all diesen neuen Erkenntnissen?

    Aufbau

    Der Fachkurs besteht aus 2 Kurseinheiten (4-4 Tage).

    Zielpublikum

    Fachkräfte aus den verschiedensten beruflichen Kontexten der Sozialen Arbeit und des Gesundheitswesens, die in ihrem Arbeitsfeld beratend bzw. begleitend tätig sind.

    Lern- und Arbeitsformen

    Fachliche Inputs, praktische und selbstreflexive Übungen, Gruppenarbeiten, Bearbeitung von Fallbeispielen

    Zulassung

    Erwartet wird entsprechende Berufserfahrung sowie Beratungspraxis, die einen Transfer des Gelernten ermöglicht.

    Titel und Abschluss

    Die Teilnehmenden erhalten eine Kursbestätigung.

    Dozierende

    Stephan Theiling, Dr. phil., Diplom-Psychologe, Lehrtherapeut am IF Weinheim, Familientherapeut und Systemischer Supervisor (IFW/SG), Gesprächspsychotherapeut und Ausbilder in Klientenzentrierter Psychotherapie (GwG)

    Claudia Terrahe-Hecking, Diplom-Sozialarbeiterin, approbierte Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Lehrtherapeutin am IF Weinheim, Lehrende Coach und Lehrende Supervisorin und Organisationsberaterin (IFW/SG), Psychotherapeutin (ECP)

    Dieses Angebot ist ein Teil von

    Bitte beachten Sie die Zulassungsbedingungen für Studiengänge.

    Leitung

    Gerlinde Tafel, Dipl.-Pädagogin, Studienleiterin
    Fachbereich Soziale Arbeit
    gerlinde.tafelnoSpam@bfh.ch
    Telefon +41 31 848 37 26

    Organisation

    Karin Hauswirth, karin.hauswirthnoSpam@bfh.ch, Telefon +41 31 848 36 24

    Kosten

    CHF 2560.-, Änderungen vorbehalten

    Durchführung/Kursdaten

    8 Kurstage:
    20./21./22./23. März 2018
    26./27./28./29. Juni 2018
    jeweils 8.45-16.45 Uhr

    Ort der Veranstaltung

    Berner Fachhochschule BFH, Schwarztorstrasse 48, 3007 Bern
    Lageplan

    Anmeldung

    Anmeldeformular

    Anmeldeschluss

    20. 2. 2018

    Unterlagen

    Fachkurs Systemisches Gesundheitscoaching Infobroschüre 

    Weitere Unterlagen

    Theiling, Stephan & Terrahe-Hecking, Claudia (2015): Gesundheitscoaching in der Sozialen Arbeit. In: impuls 2/2015.  

    Code

    K-BER-6