Fachkurs Erwachsenenschutz

Beschreibung und Konzeption

Seit der Inkraftsetzung des Erwachsenenschutzrechts sehen sich die Mitglieder und Mitarbeitenden der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB) mit hohen fachlichen Ansprüchen konfrontiert. Die Feststellung gilt gleichermassen für weitere Fachleute mit Beratungs-, Abklärungs- und Betreuungsfunktionen gegenüber Personen mit einem Schutzbedarf.

Die Erfüllung der genannten Ansprüche setzt solides Fachwissen sowie eine Bereitschaft voraus, Problemlagen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven anzugehen. Der Fachkurs vermittelt grundlegende Kenntnisse und praxisnahe Kompetenzen zur korrekten und zielführenden Bearbeitung der Fragen, die sich im behördlichen Kontext, aber auch im Rahmen der Beratung oder Betreuung von Menschen mit einem Schwächezustand stellen können.

Ziele (zu erwerbende Kompetenzen)

  • Sie kennen Funktion und Bedeutung des Erwachsenenschutzes als Teil des Eingriffssozialrechts und vertiefen Ihre zivilrechtlichen Kenntnisse, unter anderem zum Handlungsfähigkeitsrecht.
  • Sie kennen die Instrumente der eigenen Vorsorge und die gesetzlichen Vertretungsrechte von Angehörigen urteilsunfähiger Personen, inklusive der Vertretungsrechte bei medizinischen Massnahmen.
  • Sie sind mit den gesetzlichen Vorschriften zum Schutz von urteilsunfähigen Personen vertraut, die in Wohn- oder Pflegeeinrichtungen betreut werden.
  • Sie beschäftigen sich mit psychiatrischen Krankheitsbildern und erwerben vertiefte Kenntnisse zu demenziellen Erkrankungen.
  • Sie kennen die gesetzlichen Voraussetzungen für die Anordnung von Beistandschaften sowie deren Ausgestaltung im Einzelfall nach dem Grundsatz der «Massschneiderung».

Inhalte

  • Erwachsenenschutzrecht: Systematische Einordnung und Überblick
  • Grundlagen des Handlungsfähigkeitsrechts
  • Funktion und Bedeutung der eigenen Vorsorge (Vorsorgeauftrag, Patientenverfügung)
  • Gesetzliche Vertretungsrechte bei Urteilsunfähigkeit
  • Vorschriften zum Schutz urteilsunfähiger Personen in Wohn- oder Pflegeeinrichtungen
  • Schwächezustand als Grundvoraussetzung der Beistandschaft
  • Schwächezustand Demenz: Herausforderungen für Betreuende, Pflegende, Abklärende sowie für die KESB. Mögliche Betreuungskonzepte
  • Psychiatrische Krankheitsbilder
  • «Massschneiderung» von Beistandschaften: Möglichkeiten und Grenzen
  • Junge Erwachsene: Übergänge vom Kindes- in den Erwachsenenschutz

Zielpublikum

  • Mitarbeitende von Sozialdiensten und Berufsbeistandschaften
  • Fachleute aus Institutionen der Altersbetreuung und Alterspflege
  • Fachleute für die Beratung und/oder Betreuung von Menschen mit einer Behinderung
  • Mitarbeitende von Institutionen für erwachsene Personen mit besonderen Bedürfnissen
  • Fachleute für die Beratung von Personen im Rentenalter
  • Mitglieder und Mitarbeitende der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (KESB)

Lern- und Arbeitsformen

Der Fachkurs ist praxisorientiert und nach aktuellen didaktischen Methoden der Erwachsenenbildung konzipiert. Er bietet eine ausgewogene Mischung von Präsenzunterricht und Selbststudium. Zudem ermöglichen zwei halbtägige Coachings in Gruppen einen intensiven und effizienten fachlichen Austausch zu Fragen aus den Arbeitsfeldern der Kursteilnehmenden.

Zulassung

Beachten Sie unsere allgemeinen Zulassungsbedingungen.

Titel und Abschluss

Kursbestätigung

Dieses Angebot ist ein Teil von

Leitung

Prof. Marco Zingaro
Soziale Arbeit
marco.zingaronoSpam@bfh.ch
Telefon +41 31 848 37 24

Organisation

Dora Dürner, dora.duernernoSpam@bfh.ch, Telefon +41 31 848 36 53

Kosten

CHF 2800.-, Änderungen vorbehalten

Durchführung/Kursdaten

8 Studientage,
21./22. Oktober 2019
7./8. November 2019
14. Januar 2020
17./18. März 2020
31. März 2020

Ort der Veranstaltung

Berner Fachhochschule BFH, Schwarztorstrasse 48, 3007 Bern
Lageplan

Anmeldung

Anmeldeformular

Anmeldeschluss

11. 9. 2019

Code

K-KES-21