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Liebe Leserinnen und Leser

Vor rund zehn Jahren, als die alte Berner SOZ in der BFH aufgehen sollte, beliebte es unserem Träger, ein Experiment mit ihr zu machen: eine interdisziplinäre Hochschule, in der Sozialpädagogik, Pflege, Betriebsökonomie, Sozialarbeit, Physiotherapie, Wirtschaftsinformatik, Ernährungsberatung und der Hebammenberuf zueinanderfinden und in Forschung und Lehre eng zusammenarbeiten sollten. Interdisziplinarität als Markenzeichen für die Bewältigung einer Zukunft, deren Komplexität uns überfordert.

Der Schulrat hat dieses Experiment nun beendet. Das interdisziplinäre Departement WGS ist zerlegt, drei selbständige Departemente sind entstanden, das Departement Gesundheit, das Departement Wirtschaft und das Departement Soziale Arbeit. Wir freuen uns über die Chance, uns und unsere Disziplin eigenständig zu präsentieren. Wir freuen uns über den Zugewinn an Status und Einfluss, den wir als Anerkennung werten. Aber vor allem freuen wir uns, unser Wirken sichtbar machen zu dürfen. Um ein paar Beispiele zu nennen: Was ist der Beitrag der Sozialen Arbeit zur Managementlehre? Was verstehen wir unter Sozialer Kompetenz und wie können unsere Studierenden sie im Studium weiterentwickeln? Was verstehen wir unter einem «generalistischen Konsekutivmaster»? Wie fördern wir Nachwuchs für Lehre und Forschung?

Es ist nicht «das Soziale», und schon gar nicht sind es «die Sozialen», die über die grossen Fragen der Zukunft entscheiden werden. Aber es spricht einiges dafür, dass der technologische Wandel gesellschaftliche Umbrüche auslöst, die an die erste industrielle Revolution erinnern werden: als tiefgreifende soziale Spannungen zu weitreichenden Neuordnungen geführt haben, wie der Entwicklung ganz neuartiger Systeme Sozialer Sicherheit. Ein weiser Entscheid der dazu berufenen Organe der BFH, uns auf Augenhöhe mit den anderen Departementen zu heben! Wir nehmen die Herausforderung an und werden uns unter eigenem Namen an der Suche nach Antworten auf die Fragen von heute und morgen beteiligen, ohne Selbstüberschätzung und ohne falsche Bescheidenheit.

Nicht aufgehoben ist mit der Auflösung des interdisziplinären Departements das Bekenntnis zur Interdisziplinarität. Vereint auf einem Campus sollen endlich reale Voraussetzungen für die Zusammenarbeit geschaffen werden – freiwillig diesmal und nicht über sieben verschiedene Standorte hinweg verordnet. Studierende der Sozialen Arbeit sollen erfahren, was sie besser können als ihre Kolleginnen und Kollegen aus der Betriebsökonomie – und umgekehrt. Gemeinsame Themen für die Forschung und Lehre werden uns nicht ausgehen. Gesundheitsökonomie soll wie auch die Eigendynamik des Sozialwesens ein solches gemeinsames Thema werden, das Institut Alter soll aus dem Departement Soziale Arbeit heraus seine interdisziplinäre Perspektive auf ein undisziplinierbares Thema weiter pflegen.

Der Blick nach vorne befreit den Blick zurück. Ein Illustrator hat für uns selbstironisch die bewegte Geschichte der Sozialen Arbeit an der BFH dargestellt. Wir hoffen, die eine oder der andere unserer Alumni erkennt sich darin wieder, und wünschen uns, dass Sie unsere Freude über das Erreichte bei der Lektüre unseres Magazins teilen.

Prof. Johannes Schleicher
Leiter Departement Soziale Arbeit
johannes.schleichernoSpam@bfh.ch

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