Wie gestaltet sich das Dozieren in Zukunft?

27.11.2017

E-Learning und Digitales Lehren waren Themen an einer internen Veranstaltung, die die Neudozentin Valerie Miesch besucht hat. Sie macht sich im Seitenwechsel-Mail an die erfahrene Dozentin Simone Münger Gedanken, wie die digitalen Möglichkeiten den Beruf verändern könnten.

Liebe Simone Münger

Mir kommt es ähnlich vor: Kaum habe ich mich einigermassen zurechtgefunden als Dozentin, ist das Semester schon fast wieder vorbei und es stehen die letzten beiden Modultage an. Ich gehe davon aus, dass sich die Studierenden wie bisher engagiert in die Fallbesprechungen eingeben werden. Solche fachlich geführten Diskussionen freuen mich, denn sie entsprechen dem in der Praxis gelebten Alltag einer Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.

Obwohl es vielleicht noch etwas früh ist für einen Rückblick auf meine Zeit als Dozentin, kann ich ein erstes Fazit ziehen: Angesichts der zeitaufwendigen Vorbereitungszeit auf den jeweiligen Modultag geht dieser immer unglaublich schnell vorbei. Ich hätte mir im Nachhinein einen intensiveren Austausch mit den Studierenden gewünscht. Das war aber wegen meines sehr engen Zeitbudgets nicht möglich. Allenfalls hätte ein solcher Austausch auch online stattfinden können. Ob dies zeitlich weniger aufwendig gewesen wäre, kann ich hingegen nicht abschätzen.

E-Learning und Digitales Lernen sind Topthemen der aktuellen und künftigen Lehrtätigkeit, wie ich Anfang November anlässlich des Kolloquiums Lehre an der BFH erfahren konnte. Die BFH setzt sich offenbar bereits seit Längerem mit diesem Thema auseinander. Die Dozierenden sind teilweise sehr begeistert von den Möglichkeiten. Das ist auch wichtig, denn langjährig bewährte Unterlagen, Präsentationsformen und die Art der Interaktion mit den Studierenden müssen hinterfragt und anhand der offensichtlich zahlreichen digitalen Perspektiven neu gedacht werden. Das zieht immer auch neue Aufgaben nach sich: Nur schon für die Nutzung der grundlegenden Anwendungen auf der Lernplattform Moodle war eine kurze Einführung notwendig. Die Möglichkeiten der Plattform sind beeindruckend. Moodle liesse sich etwa für den Austausch mit den Studierenden nutzen. Möglich wäre es auch Videos hochzuladen. Dies würde es den Studierenden ermöglichen, Vorlesungssequenzen bei Bedarf nochmals anzuschauen.

Ich kann mir vorstellen, dass solche Möglichkeiten zu Diskussionen unter den Dozierenden führen. Vermutlich gefällt nicht allen die Idee, über Jahre Filme von sich im Netz zugänglich zu machen. Dennoch könnte dies künftig Teil der Lehrtätigkeit sein. Auch könnte es sein, dass die Studierenden den orts- und zeitunabhängigen Austausch schätzen. Werden die Dozierenden der Zukunft auch abends und an den Wochenenden online mit ihren Studierenden kommunizieren?

Ich habe bei meinem Besuch im Kolloquium Lehre den Eindruck erhalten, dass das Thema E-Learning für die Unterrichtsgestaltung im Bachelorstudiengang sehr ernst genommen wird. Mich würde interessieren, wie du dazu stehst. Tauschst du dich mit den Studierenden in den Moodle-Foren aus? Kannst du dir vorstellen, Podcasts zur Verfügung zu stellen? Welche Mittel des digitalen Lehrens wendest du an oder würdest du gerne einführen? 

Ich bin gespannt auf deine Antworten.

Liebe Grüsse

Valerie Miesch


Seitenwechsel: Gelebter Austausch mit der Praxis

Zwei Fachfrauen des Kindes- und Erwachsenenschutzes tauschen ihre Jobs. Die Dozentin Simone Münger taucht in die Klientenarbeit ein, gleichzeitig wechselt das Behördenmitglied Valerie Miesch an die Hochschule. In einem Mailwechsel schildern sie wöchentlich ihre Erfahrungen auf der andern Seite und Sie können exklusiv mitlesen auf soziale-arbeit.bfh.ch/seitenwechsel oder auf Twitter via #SW_KESB.

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