Erster Berner Mediationstag mit prominenten Rednern

23.11.2016

Der Arzt und Neurowissenschaftler Joachim Bauer war einer der Hauptredner am ersten Berner Mediationstag. Auch darüber hinaus bot der Tag den teilnehmenden Mediatorinnen und Mediatoren Raum und Anregung, sich über die Spielarten der Mediation auszutauschen.

Mediation und konstruktive Konfliktbearbeitung sind in Bern gut verankert. Nicht nur weil in den vergangenen fast 20 Jahren zahlreiche Mediatorinnen und Mediatoren ihre Ausbildung an der Berner Fachhochschule absolviert haben, sondern auch weil viele Vereine mit ihrem Wirken dazu beitragen, die Mediation einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Der Berner Mediationstag wurde von der Berner Fachhochschule mit der Absicht lanciert, einen Ort zu schaffen, an welchem sich (angehende) Mediatorinnen und Mediatoren, Trainerinnen und Trainer sowie weitere Interessierte treffen, miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam über Entwicklungen in der Mediation und in der alternativen Konfliktbearbeitung nachdenken können.

Spielarten der Mediation
Der erste Berner Mediationstag war dem Thema «Spielarten der Mediation» gewidmet. Ziel war es, unterschiedliche Formen und Zugänge zur Mediation zu betrachten, miteinander in Beziehung zu setzen und zu reflektieren, was sie für das weite Feld der mediativen Konfliktbearbeitung zu leisten vermögen.

In den Referaten von Dr. Christoph Thomann, Psychologe und Begründer der Klärungshilfe, und Ljubjana Wüstehube, Co-Gründerin von inmedio berlin, wurde das Spannungsfeld zwischen Vergangenheits- und Problemorientierung und Zukunfts- beziehungsweise Lösungsfokussierung reflektiert.

Abstract des Referats von Christoph Thomann: Vergangenheit und schwierige Gefühle in Konflikten – warum Klärungshilfe wirkt
Abstract des Referats von Ljubjana Wüstehube, Szenen einer Hass-Liebe – Zum Verhältnis von Problemorientierung und Lösungsfokussierung in der Mediation

Zuwendung statt Konkurrenz
Besonders gespannt waren die Anwesenden auf das Referat des bekannten Arztes und Neurowissenschaftlers Prof. Dr. Joachim Bauer. Er legte auf eindrückliche Weise und neurobiologisch begründet dar, wie wichtig soziale Verbundenheit für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen ist. Sehr nachvollziehbar zeichnete Bauer das Bild des Menschen, welcher gemäss der modernen Neurobiologie von Natur aus nicht auf Konkurrenz, sondern auf Zuwendung und auf gelingende zwischenmenschliche Beziehungen angelegt ist. Für die Mediation sind diese Erkenntnisse selbstredend von zentraler Bedeutung.

Abstract des Referats von Joachim Bauer: Mediative Haltung und kooperatives Handeln – Was können wir von den sozialen Neurowissenschaften lernen

 

Austausch in Workshops
Die von externen Dozierenden der Berner Fachhochschule geleiteten sechs Workshops boten Gelegenheit, sich mit unterschiedlichen Formen der Mediation und/oder der alternativen Konfliktbearbeitung, mit einzelnen Techniken oder mit für die Mediation relevanten Erklärungsmodellen auseinanderzusetzen. Die lebendige und offene Gestaltung der Workshops lud dazu ein, miteinander in Austausch und Aktion zu treten.

Ein kurzer spielerischer Input, angeleitet durch Amir Vitis, Mediator und externer Lehrbeauftragter an der Berner Fachhochschule, rundete den Tag ab.

Wiedersehen im Herbst 2017
Aufgrund der zahlreichen positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden dürfen wir davon ausgehen, dass die Fachtagung nicht nur aus Sicht der Organisatorinnen rundum gelungen ist. Wir freuen uns auf eine weitere Durchführung des Berner Mediationstages im Herbst 2017.

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