Rückblick auf die 2. Nationale Tagung Gesundheit & Armut

24.06.2016

Am 24. Juni hat das BFH-Zentrum Soziale Sicherheit zusammen mit 16 regionalen und nationalen Partnern die 2. Nationale Tagung Gesundheit & Armut durchgeführt. Die Tagung griff das Thema «Gesundheit von sozial benachteiligten Personen» als Querschnittsthema auf und diente dem Austausch unter Fachleuten verschiedener Berufsgruppen.

Zu Beginn der Tagung führte die Historikerin und Public Health Expertin Brigitte Ruckstuhl durch die sozialhygienischen und präventiven Massnahmen seit dem 19.Jahrhundert und zeigte auf, dass Gesundheit schon immer ungleich verteilt war. Dabei kam sie zum Schluss, dass bis heute ein gesamtschweizerisches Programm zur Reduzierung der gesundheitlichen Ungleichheit fehlt und gerade diejenigen Bevölkerungsgruppen nicht erreicht werden, welche die Unterstützung am nötigsten hätten.

Danach zeigte Patrick Bodenmann, Leiter des Centre des Population Vulnérables in Lausanne auf, dass Probleme der öffentlichen Gesundheit mit der Einkommensungleichheit zusammenhängen. In seinem Referat bot er zudem Einblicke in seine Arbeit mit vulnerablen Gruppen und erklärte, wie diese dank der Erarbeitung einer gemeinsamen Verhandlungsbasis erreicht werden können.

Frühe Förderung im Kanton Bern

Nach dem Mittag verneinte der Berner Gesundheits- und Fürsorgedirektor Philippe Perrenoud die Frage, ob Armut und Krankheit untrennbar verknüpft sein müssen, mit Vehemenz. Zwar verzichten viele armutsbetroffene Menschen aus finanziellen Gründen auf medizinische Behandlungen, doch stärkt der Kanton Bern beispielsweise mit Projekten der frühen Förderung die Gesundheitsressourcen und die Chancengleichheit von Kindern.

Gesundheitliche Ungleichheit in Dänemark

Zum Abschluss nahm Kristine Sörensen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit in Dänemarks Armenquartiere, wo die Lebenserwartung gerade mal so hoch ist wie in Ghana. Ihr Referat beleuchtete die Gesundheitskompetenzen sozial benachteiligter Personen, die eng verbunden mit der Fähigkeiten sind, Informationen zu erhalten, zu verstehen und anzuwenden. Ein erfolgreiches Gesundheitssystem müsste sich genau an den Kompetenzen dieser Menschen orientieren.

Zwischen den Referaten diskutierten die Tagungsteilnehmenden in 17 Workshops Themen wie die Gesundheitsvorsorge für schwangere Frauen in Armut, die prekäre Gesundheitsversorgung der Sans-Papiers oder Präventionsangebote für Väter mit Migrationshintergrund. Von den ausgestellten Forschungspostern wurde die Präsentation von Manfred Neuhaus zum Body-Mass-Monitoring des Kantons Bern mit CHF 1000 prämiert.

Eindrücke der Teilnehmenden

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Präsentationen

Gesundheit war schon immer ungleich verteilt. Und jetzt? Reflexionen aus historischer Sicht
Referat von Brigitte Ruckstuhl, freiberufliche Public Health Expertin und Historikerin:
Präsentation auf Deutsch
Présentation en français

Quels soins pour les plus vulnérables?
Referat von Patrick Bodenmann, CHUV, Policlinique, Centre des Population Vulnérables, Lausanne:
Präsentation auf Deutsch
Présentation en français

Armut und Krankheit: untrennbar verknüpft?
Philippe Perrenoud, Gesundheits- und Fürsorgedirektion Bern:
Präsentation auf Deutsch
Présentation en français

Health literacy in Europe: a neglected public health challenge?
Referat von Kristine Sörensen, Global Health Literacy Academy:
Presentation in English

Workshopbeitäge

Abstracts auf Deutsch

"We have to bridge the gap" – Aussagen der Keynote-Speakers

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Weitere Impressionen

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