Berner Mediationstag 2017: Anfänge
«Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt» – Konfuzius

28.11.2017

Der diesjährige Berner Mediationstag vom 15. November 2017 eröffnete den Teilnehmenden ein weites Feld von den Anfängen der Mediationsausbildung in Bern über die Gestaltung von Friedensmediationen bis hin zu den zukünftigen Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt.

In seiner Keynote sprach der Mediator, Trainer und Konfliktmanager Stefan Kessen über die Zukunft unserer Arbeitswelt. Für Führungspersönlichkeiten sei das Beziehungsmanagement sowie das Gestalten von Zusammenarbeit und Veränderungsprozessen zunehmend entscheidend. Die Dominanz der traditionellen Anforderungen wie Fachkompetenz und Prozessbeherrschung werden abgelöst von Kommunikations- und Empathie-Fähigkeiten, die Kreativität freisetzen, um Handlungsoptionen zu eröffnen, Ressourcen zu nutzen und quer zu denken. Mediative Kompetenzen gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

Matthias Siegfried von der Abteilung Menschliche Sicherheit des EDA referierte über die stets aktuell bleibenden Herausforderungen in Friedensverhandlungen. Wenn die Schweizer Friedensmediation Kriegsparteien zu einem Neuanfang zu bewegen sucht, ist sie mit komplexen Problemlagen konfrontiert. Friedensverhandlungen setzen voraus, dass die wirklich legitimen Vertreterinnen und Vertreter am Tisch sitzen. Nur in der Minderheit der Fälle gelangen die Friedensvermittler zu einer (Teil-)Lösung wie einem Waffenstillstand. Noch seltener sind wirkliche Friedensverträge.

 


Im Rahmen des Berner Mediationstags wurde auch das 20-jährige Jubiläum der Mediationsausbildung an der Berner Fachhochschule gefeiert. Aus diesem Anlass wurden visionäre Pionierinnen und Pioniere gewürdigt, welche vor mehr als 20 Jahren den Grundstein für die Entwicklung und Verbreitung der Mediation in der Schweiz gelegt haben. Einige von ihnen wurden nach ihren Motiven, Hoffnungen und nach den Hindernissen gefragt, welche es bei der Etablierung der Mediation zu überwinden galt. Diese Reflektion wurde filmisch umgesetzt und am Mediationstag gezeigt.

Abstract des Referats von Matthias Siegfried, Friedensverhandlungen: der Neuanfang im Krieg. Erfahrungen und Herausforderungen der Schweizer Friedensmediation

Abstract des Referats von Stefan Kessen, Arbeitswelt 4.0: Gestalten von Veränderungsprozessen mit mediativer Kompetenz

Austausch in Workshops

Die von internen und externen Dozierenden der Berner Fachhochschule geleiteten fünf Workshops boten Gelegenheit, kontextbezogene oder methodische Anfänge in der Mediation zu reflektieren. Die lebendige und offene Gestaltung der Workshops lud dazu ein, miteinander in Austausch und Aktion zu treten.

Wiedersehen im Herbst 2018

Aufgrund der zahlreichen positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden dürfen wir davon ausgehen, dass die Fachtagung nicht nur aus Sicht der Organisatorinnen und Organisatoren rundum gelungen ist. Wir freuen uns auf eine weitere Durchführung des Berner Mediationstages im Herbst 2018.

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