3 Fragen an … Gerlinde Tafel, Dozentin und Studienleiterin des MAS Systemische Supervision

04.12.2017

Mit dem Weiterbildungsstudiengang MAS Systemische Supervision präsentiert die BFH ein neues Angebot. Studienleiterin Gerlinde Tafel ist selbst seit über 20 Jahren als Supervisorin tätig und weiss, weshalb eine systemische Ausrichtung dieses Beratungsformats sich besonders gut für die Soziale Arbeit eignet.

Welche beruflichen Erfahrungen und Ideen haben Sie dazu bewogen, einen MAS Systemische Supervision zu entwickeln?

Als Systemische Supervisorin stehe ich in unmittelbarer Nähe zur Praxis und deren Entwicklungen, was für mich als Dozentin für Beratung unverzichtbar ist. Ich stelle immer wieder fest, dass meine berufliche Erfahrung aus den Kontexten der Sozialen Arbeit und des Gesundheitswesens wesentlich dazu beitragen, ein Verständnis der supervisorischen Anliegen und Fragen zu entwickeln. Die Praxis schätzt diese Verbindung. Das auf dem Markt überwiegende Coachingangebot deckt diesen Bedarf nicht ab. Hier sehe ich eine Angebotslücke, insbesondere im Raum Bern.

Supervision ist ja eng mit der Sozialen Arbeit verbunden und konzeptionell beziehungs- und personenorientiert ausgerichtet. Ein Grundstudium und Berufserfahrung in Sozialer Arbeit oder einer angrenzenden Ausbildung halte ich für förderliche Voraussetzungen, um eine supervisorische Rolle professionell einnehmen zu können. Daher ist ein Weiterbildungsstudiengang in Supervision im Fachbereich Soziale Arbeit aus meiner Sicht optimal angesiedelt. Und da es bereits einen etablierten MAS in Systemischer Beratung gibt, liegt es nahe, hier konzeptionell anzuknüpfen, zumal die systemische Arbeitsprinzipien wie Perspektivenvielfalt, Kontextbezug und die «Beobachtung der Beobachtung» sich gerade in supervisorischen Prozessen als besonders geeignet erweisen.

Worin sehen Sie den Unterschied zwischen Coaching und Supervision?

Der Begriff Coaching wird ja inflationär für alle möglichen Themen gebraucht. Arbeitsmarkt-Coaching, Business-Coaching, Leadership-Coaching und so weiter. Viele Beratungsangebote enthalten dieses Wort. Auch in der Literatur gibt es verschiedene Definitionen. Mir ist es wichtig, die Angebote voneinander zu unterscheiden. Ich persönlich verstehe unter Coaching eine ziel-, leistungs- und aufgabenorientierte Bearbeitung von beruflichen Anliegen, in erster Linie zu Leitungs- und Führungsfragen. Supervision hingegen spricht eine breitere Zielgruppe an. Als etabliertes Handlungskonzept in den sozialen Berufen wird hier ein hoher Anteil an Selbstreflexion in den Beratungsprozess einbezogen. Letztlich ist es eine Frage, in welchen Kontexten welcher Begriff anschlussfähig ist.

Was macht den MAS Systemische Supervision attraktiv?

Es gibt aus meiner Sicht drei besonders gute Gründe, sich für den MAS Systemische Supervision zu entscheiden. Erstens ist das Konzept zeitgemäss: Der MAS orientiert sich an aktuellen Konzepten Systemischer Beratung. Er enthält zum Beispiel eine erweiterte inhaltlich-konzeptionelle Perspektive durch den von Gunther Schmidt entwickelten hypnosystemischen Ansatz. Dieser Ansatz verbindet kompetenzaktivierende Konzepte von Milton H. Erickson mit systemisch-konstruktivistischen Konzepten. Zweitens liegt der Fokus auf der Entwicklung der professionellen Rolle als Supervisorin oder Supervisor. Dies und die damit verbundene persönliche Präsenz erachte ich als zentrale Komponenten supervisorischer Praxis. Es gibt daher in der Ausbildung vielfältige Gelegenheiten, sich in dieser Rolle zu erfahren und einen eigenen Stil auszubilden. Und drittens ist der Aufbau flexibel, weil der Studiengang aus Modulen besteht und es ermöglicht, auf bereits vorhandenem systemisch-beratungsrelevanten Grundverständnis aufzubauen.

Informationen zum Fachkurs MAS Systemische Supervision und MAS Systemische Beratung in der Sozialen Arbeit

Der Lehrgang MAS Systemische Supervision befindet sich im Aufnahmeverfahren zur vertraglichen Ausbildungspartnerschaft bso.

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