3 Fragen an … Elena Obreschkow, Teilnehmerin im CAS Klärungshilfe in Konflikten

26.03.2018

Schwierige Gefühle können Mediations- und Beratungsprozesse blockieren und Lösungen erschweren. Das CAS Klärungshilfe in Konflikten sucht mit der Klärung schwieriger Gefühle einen Ausstieg aus emotional geprägten Konfliktsituationen. Elena Obreschkow absolvierte den Studiengang als diplomierte Mediatorin mit Schwerpunkt im öffentlichen Bereich und Trainerin in Konfliktkompetenz. Bei der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV ist sie als Gewerkschaftssekretärin und Sektionscoach tätig.


Was hat Sie motiviert, sich in Klärungshilfe weiterzubilden?


Auf der Suche nach ergänzenden Weiterbildungsangeboten für mein Profil, hat mich die aktive Herangehensweise an negative Gefühle und an schwierige Themen aus der Vergangenheit angesprochen. Klärungshilfe ist für mich ein methodisch erfrischender Ansatz, um pointiert Lösungen für verdeckte Probleme zu finden. Als ich mit dem CAS begonnen habe, sind noch viele Aspekte hinzugekommen, die mich überzeugt haben.

Auf diese Aspekte zielt meine zweite Frage: Welche wichtigen Erkenntnisse haben Sie aus der Weiterbildung mitgenommen?

Anregend war für mich, welch unterschiedliche Erfahrungen und Ansätze die Teilnehmenden mitbrachten. Viele hatten im Gegensatz zu mir keine Mediationserfahrung. Die braucht es für diese Weiterbildung auch gar nicht, aber die eigene Mediationspraxis gewinnt durch die Klärungshilfe. Für mich ist dadurch das BFH-Angebot bereichert worden und noch attraktiver.

Spannend an der Klärungshilfe ist, dass man als Drittperson Prozesse nicht nur begleitet, sondern auch eine beratende Funktion einnimmt. In der Mediation hält man sich stärker zurück. Diese Erweiterung meiner Rolle empfinde ich als bereichernd. Ausserdem erlauben die in der Klärungshilfe genutzten systemischen Erklärungsmodelle ein vertieftes Verständnis von Konfliktdynamiken. Den systemischen Ansatz hatte ich zwar gekannt und er floss bereits vor dem CAS in meine Lagebeurteilung und mein Vorgehen in der Mediation ein, aber ich hatte das System nie aktiv angesprochen. Überhaupt spricht man in der Klärungshilfe sehr viel mehr von sich aus an. Auch habe ich gelernt, mit grossen Gruppen den Konflikt zügig auf den Punkt zu bringen und eine Synthese des Problems zu erarbeiten. Das bringt viel für meine praktische Arbeit.
    
Sie haben die praktische Umsetzung der Methode angesprochen, in welchen weiteren Aspekten unterstützen Sie die neuen Kenntnisse und Fähigkeiten in Ihrer Praxis?

Da ich als Gewerkschaftssekretärin viel mit Konflikten zu tun habe, ist es gut, sich in der Klärungshilfe über seinen eigenen Umgang mit Emotionalität und seine Grenzen klar zu werden. Mit dem Wissen über die systemischen Modelle hat man im Arbeitsalltag immer wieder Aha-Erlebnisse, die Situationen erklären, normalisieren und dadurch entspannen. Auch meine Mediationen gestalte ich nun anders, indem ich Elemente der Klärungshilfe anwende.

Informationen zum CAS Klärungshilfe in Konflikten