Integration und Querschnittsthemen

Die Module dieses Bereichs nehmen Soziale Probleme wie Armut, Sucht, Migration und weitere Themen in den Blick. Deren Betrachtung erfolgt einerseits aus der theoretischen und methodischen Perspektive der Sozialen Arbeit, andererseits aus den Blickwinkeln der Bezugswissenschaften. Damit gelingt die Integration des Wissens und Könnens, das in den Modulbereichen Soziale Arbeit und Bezugswissenschaften erworben worden ist.

Armut

Im Modul beschäftigen sich die Studierenden aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema Armut: Es werden Definitionen, Konzepte und aktuelle Befunde der Armutsforschung dargestellt. Einzelne für die Soziale Arbeit bedeutende Aspekte werden dabei vertieft. Zudem wird Armut aus historischer Sicht thematisiert. Schliesslich erfolgt eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Ansätzen der Armutsbekämpfung.

Der Körper in der Sozialen Arbeit

Darf ein Sozialpädagoge ein weinendes Kind in den Arm nehmen? Wie geht eine Schulsozialarbeiterin mit körperlichen Bedrohungen um? Dies sind aktuelle Fragen, die exemplarisch zeigen, dass Soziale Arbeit nicht losgelöst vom eigenen Körper(-verständnis) praktiziert werden kann. Das Modul fokussiert den Körper als Bindeglied zwischen Gesellschaft und Individuum und insbesondere zwischen den Fachkräften Sozialer Arbeit und KlientInnen. Es untersucht dabei sowohl wie Sozialarbeitende den Körper als Arbeitsinstrument (z.B. im Sinne gezielter Berührungen) einsetzen können als auch die körperlichen Rückkoppelungen denen Sozialarbeitenden im Alltag ausgesetzt sind (z.B. Freude oder Stress). 

Frauen & Migration (en español)

El Módulo „Las Mujeres en la Migración” capacita a los estudiantes a tener un manejo profesionalizado en la formulación de preguntas específicas relacionadas con las mujeres dentro del contexto de la migración. El punto central de este Módulo es el conocimiento de los movimientos y procesos sociales de mujeres en la migración así como el desarrollo concreto de posibles actuaciones dentro del contexto del Trabajo Social. Se pondrá especialmente interés a la reflexión de los principios y valores propios. Los estudiantes integran métodos y técnicas de intervencíon en la entrevista directa con migrantes.

Gender und Diversity 

Im Modul setzen sich die Studierenden kritisch mit historischen und aktuellen Entwicklungen, zentralen Konzepten und Theorien der Geschlechterforschung sowie Diversity-Ansätzen auseinander. Sie üben intensiv den selbständigen Umgang mit der analytischen Kategorie Geschlecht und reflektieren ihre eigenen Positionen. Konkrete Fallbeispiele und Bezüge zu Praxisinstitutionen  zeigen die Geschlechter- und Diversityperspektive in Kontexten Sozialer Arbeit auf. Ziel des Moduls ist es, die Bedeutung von Gender und Diversity differenziert erfassbar zu machen und eine selbstkritische, reflektierte professionelle Haltung zum Gegenstand auszubilden. 

Gewalt

Das Modul ist multidisziplinär aufgebaut. Es bietet theoretische Grundlagen aus den Disziplinen Psychologie und Soziologie. Ergänzend werden ausgewählte Themen der Gewalt im Bereich der Sozialen Arbeit mit den Disziplinen Recht und Sozialpädagogik vertieft. Beispiele für solche Themen sind Gewalt gegen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, Jugendgewalt, Gewalt und Gender oder Rassismus. Forschungserkenntnisse werden vorgestellt und diskutiert. Zudem werden Möglichkeiten der Gewaltprävention aufgezeigt und diskutiert.

Ich, du, wir – Familie?

Das Modul setzt sich mit Familien im Wandel und ihren Teilsystemen aus der Perspektive der Sozialen Arbeit auseinander. Es vertieft das Wissen über Lebenslagen und Chancen und Herausforderungen von unterschiedlichen Familien(-formen) im nationalen und transnationalen Kontext. Am Beispiel spezifischer Angebote wie Familienberatung und Sozialpädagogische Familienbegleitung werden Unterstützungsoptionen und aktuelle methodische Ansätze für Familien aufgezeigt. Darüber hinaus beleuchtet das Modul für Familien relevante Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit. Das Modul regt die Auseinandersetzung mit eigenen Werten zum Thema Familie an und reflektiert individuelle biografische Prägungen.

Internationale Studienreise 

Im Rahmen einer einwöchigen internationalen Studienreise findet ein Ländervergleich zwischen der Schweiz und einem ausgewählten Zielland statt. Inhaltliche Schwerpunkte des Vergleich beinhalten: ausgewählte Handlungsfelder der Sozialen Arbeit, Soziale Sicherungssysteme, Entwicklungsstand der Profession und Disziplin der Sozialen Arbeit sowie die Schnittstelle Soziale Arbeit und Sozialpolitik. In der Regel setzt sich eine Studienreise aus folgenden drei Elementen zusammen: 1. Besuch von Praxiseinrichtungen der Sozialen Arbeit, 2. Austausch mit Ausbildungsstätten der Sozialen Arbeit (z.B. in Form einer gemeinsamen Lehrveranstaltung) und 3. eine kulturhistorische Exkursion. In Bezug auf die Soziale Arbeit können die Studierenden deren Entstehung, Entwicklung und die sich ihr aktuell stellenden Herausforderungen nachvollziehen und mit der Situation innerhalb der förderalistischen Schweiz vergleichen.

Migration

Das Modul befähigt die Studierenden, einen professionellen Umgang mit migrationsspezifischen Fragestellungen zu finden. Der Erwerb von Fachwissen zu Migrationspolitik, Flüchtlingspolitik, Migrationstheorien und Ausländerrecht sowie der Auseinandersetzung mit Konzepten der Integration und dem Auftrag der Sozialen Arbeit ermöglicht den Studierenden, sich eine fachspezifische Haltung im aktuellen gesellschaftspolitischen Kontext rund um die Fragen Flucht, Migration und Integration anzueignen. Im Zentrum steht die Verknüpfung der drei Analyseebenen Gesellschaftlicher Kontext (Makroebene), Integration und Soziale Arbeit (Mesoebene) und Lebenswelt (Mikroebene). Anhand einer selbstgewählten Fragestellung, können sich die Studierenden selbstgesteuert und vertieft mit einem Thema im Migrationskontext auseinandersetzen. Besonderer Wert wird auf die Reflexion eigener und gesellschaftlicher Normen und Werte gelegt.

Migration (en français) 

Ce module a comme but de qualifier les étudiants de se positionner professionnellement dans la thématique de la migration. L’analyse des processus sociaux de l'intégration et l'analyse des possibles problématiques sont situées au cœur de la réflexion. La prise de conscience des propres normes et valeurs est également un point important de ce module. Des visites d'organisations et l’analyse de leurs concepts d'action permet de faire le lien avec la pratique du travail social.

Psychische Störungen und therapeutische Ansätze 

Im Modul lernen die Studierenden, was psychische Störungen sind und was wir über ihre Entstehung wissen, wie psychische Störungen therapiert werden und welche Besonderheiten Sozialarbeitende im Umgang mit psychisch erkrankten Klientinnen und Klienten beachten sollten. Die Studierenden setzen sich mit Wissensbeständen aus Psychologie und Psychiatrie, aus der Sozialen Arbeit, der Pädagogik und der Soziologie auseinander. Behandelt werden psychische Störungen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen.

Rassismus (en français)

Le module "Racisme" adopte une approche multidisciplinaire et offre des bases théoriques en sciences sociales (sciences politiques, psychologie sociale et sociologie). Certains thèmes sur le racisme touchant au domaine du travail social seront approfondis. Dans une introduction, menée selon la perspective de la psychologie sociale, les mécanismes basiques du racisme seront étudiés. Des études et recherches scientifiques sur ce domaine seront discutées. En outre des exemples d’actions possibles pour la prévention contre le racisme seront présentés. En plus, le module abordera le thème «racisme et citoyenneté ». Dans ce thème les enjeux et activités possibles pour le professionnel en travail social seront expérimentés et évalués.
Le but global du module est de préparer et de sensibiliser les futurs professionnels dans le domaine du travail social aux problèmes liés au racisme.

Religion und Religionen

Neben einer Gegenstandsbestimmung beschäftigt sich das Modul mit der Frage, wie die wissenschaftlichen Disziplinen Psychologie, Soziologie und Ethnologie Sinn und Funktion von Religion beschreiben. Dabei werden auch religionskritische Zugänge analysiert. Im weiteren Verlauf werden wesentliche Merkmale der Weltreligionen Buddhismus, Christentum, Hinduismus, Islam und Judentum erarbeitet. Bezüge zur Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit werden dabei laufend thematisiert.

Sexuelle Gesundheit in der Sozialen Arbeit

Im Modul setzen sich die Studierenden mit verschiedenen Aspekten der sexuellen Entwicklung, der (eigenen) sexuellen Sozialisation und der sexuellen Identität auseinander. Dabei werden der Bezug zu Theorien und Methoden hergestellt und betroffene Handlungsfelder (Opferberatungsstelle, Präventions- und Sexarbeit) der Sozialen Arbeit betrachtet. Darüber hinaus erfolgt eine Auseinandersetzung mit rechtlichen und ethischen Fragen zu diesem individuell wie gesellschaftlich kontrovers diskutierten Themenbereich. Die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und der professionelle Umgang damit werden durch entsprechende Lehrgespräche sowie den Kompetenznachweis vertiefend ermöglicht.

Soziale Arbeit digitalisiert!

In diesem Modul beschäftigen sich die Studierenden mit der digitalen Revolution. Die Studierenden erarbeiten sich theoretisches und praktisches Wissen darüber, wie sich Lebenswelten durch die Digitalisierung und Mediatisierung verändern und welche Chancen und Risiken sie für die Soziale Arbeit bergen. Die digitale Transformation ist keine Wunschfrage, sondern eine Tatsache, die auch das professionelle Handeln in der Sozialen Arbeit tangiert. Medienkompetenz, Digital Intelligence und ein wirkungsvoller
und zielgerichteter Einsatz der Medien sind auch bei uns gefragt. Oder?
Gemeinsam mit Fachpersonen aus der Praxis diskutieren wir im Modul unterschiedliche Interventionsformen und gehen u.a. folgenden Fragen nach: Inwiefern wandelt sich der Auftrag der Kinder- und Jugendarbeit aufgrund der Mediatisierung? Welche Bedeutung kommt der Onlineberatung zu? Was ist bei einer beruflichen Nutzung von Facebook zu beachten?

Soziale Realitäten im Jugendalter

Welche Herausforderungen stellen sich der Jugend beim Aufwachsen in modernen Gesellschaften? Wie gehen Jugendliche individuell und in Peers mit diesen Herausforderungen um? Welche Rolle spielen dabei Mehrfachzugehörigkeiten (z.B. Geschlecht und Geschlechtsidentität, Herkunft und/oder Religion, sexuelle Orientierung, körperliche und geistige Befähigungen), Identifizierungen und Diversität?
Um diese und weiteren Fragen beantworten zu können, erarbeiten sich die Studierenden zunächst Grundlagenwissen zur Lebensphase «Jugend» aus sozialwissenschaftlicher Sicht. Anschliessend wird das normativ Erarbeitete mit Alltagsfragen von Jugendlichen verknüpft respektive angewendet. Dabei spielen gelingende Übergänge in der Sozialisation und in der Entwicklung eine zentrale Rolle. Insbesondere werden die Studierenden im Modul den Fragen nachgehen, welche Aufgaben der Sozialen Arbeit, vor allem der Sozialpädagogik, zukommen und wie mit künftigen Veränderungen umgegangen werden kann.

Soziale Ungleichheit im historischen Kontext

Im Modul „Soziale Ungleichheit im historischen Kontext“ eignen sich die Studierenden die Fähigkeit an, die historische Dimension sozialer Problemlagen einzuordnen und zu reflektieren. Sie erwerben Kenntnisse, wie soziale Ungleichheit seit der Industrialisierung gedeutet und wahrgenommen wurde und welche Lösungsstrategien sich durchgesetzt haben. Fokussiert werden soziale und wirtschaftliche Veränderungen in der Schweiz des 20. Jahrhunderts und die Rolle der Sozialen Arbeit in diesen Prozessen. Die Studierenden erfahren, wie sich die Soziale Arbeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zwischen Klassenkampf und Weltkrieg professionalisierte, aber auch, wie auf die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen nach dem Zweiten Weltkrieg reagiert wurde. Dabei werden auch die negativen Aspekte der Geschichte der Sozialen Arbeit beleuchtet und diskutiert (bspw. Zwangsfürsorge). Die Studierenden eignen sich Wissen über die Entstehung der professionellen Sozialen Arbeit an und entwickeln eine Sensibilität für geschlechts- und schichtspezifische Differenzen in der Wahrnehmung und Deutung sozialer Probleme.

Sterben, Tod und Trauer

Das Modul setzt sich multidisziplinär mit vielfältigen Fragen am Lebensende auseinander. Der Aufbau des Moduls bildet dabei die Abfolge der wichtigsten Themen am Lebensende prototypisch ab: Leiden lindern (Palliative Care und Hospizbewegung), Sterben verkürzen („Sterbehilfe“ und „Altersfreitod“), Tod gestalten (Abschieds- und Trauerrituale), Sinn finden (Wege im Umgang mit der eigenen Endlichkeit) und Danach begleiten. Neben der individuellen wird stets auch die Perspektive von Angehörigen und Gesellschaft in den Blick genommen. Anhand von Beispielen werden aktuelle Angebote, methodische Ansätze sowie Unterstützungsoptionen der Sozialen Arbeit für Sterbende wie

für trauernde Angehörige vermittelt. Darüber hinaus regt das Modul die Studierenden zur Reflexion der eigenen, kulturell wie ontogenetisch geprägten Einstellungen zu Sterben, Tod und Trauer an.

 

Studentische Diskussionsrunde

In der studentischen Diskussionsrunde – von Studierenden organisiert und geleitet – sollen grundsätzliche Prinzipien der Gesellschaft diskutiert und analysiert werden. Dies soll auch dazu dienen die Soziale Arbeit und ihre Betätigungsfelder besser zu verstehen. Zu Beginn des Moduls findet eine Auseinandersetzung über eine von den Verantwortlichen vorbereitete Thematik statt. Weitere Themen werden gemeinsam mit den Teilnehmenden erarbeitet. Allen Teilnehmenden ist es somit möglich, auf den Verlauf der Veranstaltung und die behandelten Aspekte Einfluss zu nehmen. In Form von vorbereiteten Lektüren und Inputs werden pointierte Diskussionen unter den Studierenden stattfinden.

Sucht

Im Modul erwerben die Studierenden Kenntnisse, die sie auf die professionelle Arbeit mit suchtbetroffenen Klientinnen und Klienten vorbereiten. Nach einer Einführung in elementare Erscheinungsformen von Sucht lernen die Studierenden verstehen, wie die Entstehung von Süchten im individuellen, sozialen und sozietären Kontext erklärt werden kann. Gegenstand des Moduls sind grundlegende medizinische und psychotherapeutische Ansätze der Behandlung von Sucht, der Schwerpunkt liegt indessen auf sozialarbeiterischen Prinzipien und Methoden.


Summer School: Körper – Kontakt. Der Körper als Medium in der Sozialen Arbeit
Die Begegnung der Körper, so unsere These, bestimmt wesentlich die Qualität einer Beziehung: Über den Kontakt der Körper verhandeln sich Nähe und Distanz, Sympathie und Abneigung, Begehren und Abscheu, Vertrauen und Misstrauen oder Angst. Positiver körperlicher Kontakt kann Verbindung und Bindung schaffen, erhalten und zeigen; erzwungener oder gewalttätiger körperlicher Kontakt kann sie negieren und zerstören. Das macht den Kontakt unter Menschen immer auch zu einer Herausforderung. Die souveräne Handhabung dieser Herausforderung ist Teil der Professionalität, die erlernt, erprobt und reflektiert werden muss – die aber auch immer wieder prekär werden kann, jenachdem, welchen Körpern man wie begegnet.

Ethik in der Sozialen Arbeit (in English)

Where do Social Work values like human rights, autonomy or justice come from? The ethical orientation of Social Work has a dubious standing. While it is an essential ingredient in the profession’s self-conception, from the point of view of the discipline its foundation is problematic or even taken to be impossible. Focusing on concrete values and ethical orientations of Social Work the students will reflect and assess the status of Social Work’s ethical orientation. Two representatives from the profession and the discipline of Social Work are invited to debate these issues with the students from their distinctive perspective. Working on problems will also provide the opportunity to gain a deeper understanding of the relationship between the Social Work profession and its discipline and hence a deeper understanding of Social Work as such.

Winter School: Gendersensible Soziale Arbeit

Welche Bedeutung hat das Thema Gender in der Sozialen Arbeit? Worum geht es in der gendersensiblen Sozialen Arbeit? Im Modul werden zunächst aktuelle Geschlechterverhältnisse reflektiert, die wichtigsten Grundlagen zur Kategorie Geschlecht erarbeitet sowie die eigene Position und Geschlechtsbiographie in den Blick genommen. Im Zentrum der Winter School steht die gendersensible Soziale Arbeit als Konzept sowie ihre Umsetzung in den beiden Praxisinstitutionen Frauenhaus Uster und mannebüro Züri. Ergänzt wird diese Perspektive durch interessengeleitete Posterpräsentationen oder Essays der Modulteilnehmenden zum Themenbereich gendersensible Soziale Arbeit.