Kundenmagazin impuls

Liebe Leserinnen und Leser

Macht es Sinn, Soziale Arbeit an einer Hochschule zu lehren? Ja, denn der Gegenstand der Sozialen Arbeit – das Leisten von Beiträgen zur Lösung sozialer Probleme – ist komplex und verlangt nach einer intensiven Reflexion, Aufarbeitung und Dokumentation. Hochschulen sind dazu da, dies zu leisten. 

Ist die Antwort ebenso klar, wenn wir auf die Aus- und Weiterbildung in Sozialer Arbeit fokussieren? 

Die Ausbildung und später die Berufsausübung finden im Dreiecksverhältnis zwischen Studierenden, Praxis und Hochschule statt. Die Studierenden bzw. die sich weiterbildenden Fachkräfte sind mehrfach gefordert: Zum einen verlangt die Hochschule von ihnen, Wissen aufzunehmen, zu reflektieren und dabei wissenschaftlichen  Standards zu genügen. Zum anderen gilt, sobald Sozialarbeitende in der Praxis stehen, die Logik der Institution, z.B. deren Leitbild, vorgegebene Arbeitsabläufe, Zeitdruck usw. Die Institutionen der Praxis sind mit Bezug auf die Frage «Wie viel Ausbildung braucht die Soziale Arbeit?» in einer starken Position. Sie entscheiden über ihre inhaltliche und finanzielle Steuerung mit, wie qualifiziert ihre Fachkräfte sein sollen. Die Hochschulen schliesslich stehen vor der Aufgabe, die passende Bildung anzubieten. Dabei behält sie die ganze Bildungskarriere im Auge: Berufsbefähigung, Spezialisierung und Vertiefung.

Wann funktioniert diese Dreiecksbeziehung?

Wenn Studierende und Fachkräfte ihre Praxiserfahrung ernst nehmen und reflektieren; wenn sie neugierig sind auf die Erfahrung anderer und auf Theorie; wenn sie sich Zeit nehmen, um zu beobachten und zu vergleichen. Wenn Praxisinstitutionen das Mögliche tun, um die Leistungen für ihre Klientel auf hohem Qualitätsniveau zu erbringen, bei gleichzeitiger Sorge um die persönliche und fachliche Entwicklung ihrer Mitarbeitenden; wenn sie laufend in Kontakt zu Hochschulen stehen. Wenn die Hochschulen mit einem Bein in der Praxis stehen; wenn sie passende Impulse für die Bildung der Fachkräfte während deren ganzen Ausbildungs- und Berufskarriere geben; wenn sie das Wissen der Disziplin Soziale Arbeit aufbereiten, systematisieren, dokumentieren und in die Praxis hinaustragen – wie mit der vor Ihnen liegenden Ausgabe des «impuls».

Prof. Dr. Dieter Haller
Leiter Abteilung Master

Möchten Sie unser Kundenmagazin regelmässig kostenlos zugeschickt erhalten?
Hier geht es zum Abonnement

   Modell F