Liebe Leserinnen und Leser
Die Fähigkeit zur Zusammenarbeit – interdisziplinär, multidisziplinär, transdisziplinär, interorganisational – ist von wachsender Bedeutung in einer arbeitsteiligen Welt. Das gilt für Hochschulen ebenso wie für Organisationen der Sozialen Arbeit, für Fachleute der Sozialen Arbeit genauso wie für Dozierende oder Kaderleute im Bildungsmanagement. So überrascht es nicht, dass eine sogenannte «Kooperationskompetenz» auch als Ausbildungsziel in Studiengängen auftaucht. Ob Arbeitsteams, Projektorganisationen, Netzwerke oder Leistungsverbünde – überall kommt es darauf an, dass Stärken und Schwächen voneinander bekannt und optimal aufeinander abgestimmt sind, dass in ausreichendem Mass Vertrauen vorhanden ist und dass sich vom gemeinsamen Vorhaben alle ihren Vorteil versprechen. Nur dann kann jener «gezähmte Egoismus» entstehen, der Voraussetzung ist für erfolgreiches Kooperieren, auch bei schlechtem Wetter.
Wenn es dann noch gelingt, Kommunikation und Aufgabenteilung in der Kooperation erfolgreich zu organisieren und zuverlässige Serviceeinheiten bereitzustellen, die den Kooperanden Dienstleistungen erbringen, dann steht dem Erfolg nichts mehr im Weg. Oder doch?
Da wäre noch die Frage des Umgangs mit Konkurrenz in der Kooperation. Nach fünf Jahren Kooperationsmanagement für vier Fachhochschulen weiss ich: Erfolgreiche Kooperationen blenden Konkurrenz nicht aus, sondern lernen einen besonders bewussten Umgang damit. Gute Kooperationspartner wissen mit der Zeit viel übereinander und lernen daraus für die eigene Entwicklung. Und in dem Masse, wie dabei Vertrauen ausgebaut werden kann, ist auch innerhalb der Kooperation das Konkurrieren kein Tabu mehr. Kooperation als Motor von gemeinsamer und eigener Qualitätsentwicklung.
Die Berner Fachhochschule hostet die Kooperationszentrale, die ich leite. Ich danke ihr dafür. Besonders, weil es ihr nicht immer so leicht fällt.
Prof. Wiebke Twisselmann
Studiengangleiterin «Master in Sozialer Arbeit», eine Kooperation der Hochschule Luzern (HSLU), der Fachhochschule Ostschweiz, der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Berner Fachhochschule (BFH)
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