Bereichernder World Social Work Day 2012

02.04.2012

Am 20. März, dem World Social Work Day 2012, hat der Fachbereich Soziale Arbeit gemeinsam mit Avenir Social eine Fachtagung und ein Podium zum Sozialen Wohnen als Thema für die Soziale Arbeit veranstaltet.

Am Vormittag präsentierten vier Referenten das Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Daniel Blumer von der kantonalen Förderstelle für gemeinnützigen Wohnungsbau stellte wesentliche Aspekte des genossenschaftliches Wohnen vor, während Prof. Christian Reutlinger von der FH St. Gallen das Thema neue Nachbarschaften und räumliche Beziehungen eher theoretisch aus der Sicht neuerer Forschungen betrachtete. Nach dem Referat von Prof. Alex Willener der FH Luzern über neue Wohnformen und die Unterstützung durch die Soziale Arbeit beendete Thomas Glatthard, Geschäftsführer des Projekts BaBel aus Luzern, den Vormittag mit einer anschaulichen Darstellung von Wohnen als Thema der Quartierentwicklung.

Beitrag der Sozialen Arbeit?
Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Open-Space-Veranstaltung unter der Leitfrage «Wie kann ein aktiver Beitrag der Sozialen Arbeit für ein soziales Wohnen angesichts der Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklungen und des Schweizer Wohnungsmarktes aussehen?» an Themen, die zuvor von ihnen selbst zur Diskussion gestellt wurden. So wurden transdisziplinäre Herausforderungen ebenso angesprochen wie die Kooperation mit Wohnungsunternehmen, die eigentliche Rolle der Sozialen Arbeit und die Einmischung in langfristige Planungsprozesse. Dabei wurde deutlich, dass es einen grossen Diskussionsbedarf zu diesen Themen und Ideen gab, diese letztlich aufgrund der zeitlichen Limitierung allerdings nur angerissen werden konnten.

Weiterentwicklung der Kompetenzen sinnvoll
Für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer stand nach Abschluss der Tagung fest, dass das Thema Wohnen in seiner Gesamtheit einen wichtigen Stellenwert in der Sozialen Arbeit hat, die Praxis diesem aber noch kaum gerecht wird. Weitere Veranstaltungen zu dem Thema seien also für die Weiterentwicklung der Kompetenzen in diesem Bereich notwendig und sinnvoll.
Natürlich gab es auch kritische Stimmen, die z.B. zutreffend die nicht gender-gerechte Dominanz männlicher Referenten ansprachen (die bei der Auswahl allerdings nur aufgrund der terminbedingten Absagen der angefragten Frauen zustande gekommen ist!) oder auch die nicht für jeden passende Form der Grossgruppenarbeit. Diese Stimmen gehören aber zu einer Tagung ebenso dazu wie die Diskussion unterschiedlicher Meinungen auf der inhaltlichen Ebene.

Einen interessanten Abschluss fand der Tag mit dem von Avenir Social organisierten Podium mit Vertreterinnen und Vertretern aus Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Sozialer Arbeit und einem anschliessenden Apéro, bei dem noch einmal in lockerer Atmosphäre Gedanken und Ideen zu dem gemeinsam interessierenden Thema ausgetauscht werden konnte.

Impressionen

Auf dem Podium (v.l.n.r.)

Eduard Martin (Dozent an der Hochschule für Soziale Arbeit in Zürich), Fernand Raval (Liegenschaftsverwaltung Stadt Bern), Isabel Marty (Leiterin Fachstelle Sozialplanung Stadt Bern), Bernard Gyger (Moderation), Peter Schmid (Präsident Allgemeine Baugenossenschaft Zürich ABZ), Fritz Freuler (casanostra)

Alex Willener, Hochschule für Soziale Arbeit Luzern

Christian Reutlinger, FHS St. Gallen

Daniel Blumer, Förderstelle gemeinnütziger Wohnungsbau Kanton Bern

Open Space 1

Open Space 2.1

Open Space 2.2

Open Space 3

Open Space 4.1

Open Space 4.2

Open Space 5.1

Open Space 5.2

Open Space 5.3

   Modell F